- Research Article
- 10.1002/bate.70103
Schutzräume für den baulichen Bevölkerungsschutz
- Mar 09, 2026
- Bautechnik
- Jan Dirk Van Der Woerd + 3 more +3
Abstrakt Durch den Krieg in der Ukraine ist der Schutz der Bevölkerung vor kriegerischen Einwirkungen und damit auch das Thema Schutzräume im Rahmen des Zivilschutzes verstärkt in den Fokus von Politik, Medien und Öffentlichkeit gerückt. In der öffentlichen und medialen Wahrnehmung werden Schutzräume oft mit massiven Bunkern und umfangreicher Technik zum Schutz vor CBRN‐Gefahren assoziiert. Eine differenzierte Betrachtung der Bedrohung, ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der von ihr ausgehenden Gefährdung erfolgt jedoch meist nicht. Häufig wird ein maximaler Schutz gegen alle denkbaren kriegerischen Gefahren und Naturgefahren (All‐Gefahren‐Ansatz) gefordert. Beim Entwurf und Bau von Schutzräumen müssen vorab folgende Kernfragen gestellt und beantwortet werden: Gegen welche Bedrohungen soll geschützt werden? Was ist das Schutzziel? Und welches Schutzniveau soll erreicht werden? Im Rahmen einer von den Autoren durchgeführten Studie wurden ausschließlich konventionelle Waffen berücksichtigt. Bei einer derartigen Bedrohung bieten bereits innenliegende und unterirdische Räume ohne Öffnungen nach außen einen Grundschutz. Vergleichbare Schutzkonzepte existieren auch zum Schutz vor Naturgefahren wie Hurrikans und Tornados. Im Beitrag soll eine Übersicht über kriegerische Gefahren gegeben werden. Darauf aufbauend werden Konzepte zum baulichen Schutz gezeigt. Im Fokus steht dabei insbesondere das Schutzpotenzial von Bestandsbauten und ‐infrastruktur für die Zivilbevölkerung bei kriegerischen Konflikten mit konventionellen Waffen.
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