- Research Article
- 10.1111/ddg.15727_g
Bedeutung des löslichen IL‐2‐Rezeptors in der Diagnostik sarkoidoseähnlicher Reaktionen bei Melanompatienten unter Immuntherapie – ein diagnostischer Algorithmus basierend auf einer monozentrischen retrospektiven Studie
- Nov 01, 2025
- JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
- Philipp Gussek + 3 more +3
Zusammenfassung Hintergrund und Ziele Die medikamenteninduzierte, sarkoidoseähnliche Reaktion (drug‐induced sarcoidosis‐like reaction, DISR) ist eine zunehmend relevante Nebenwirkung bei Melanompatienten unter Immuncheckpoint‐Inhibitoren (ICI). Angaben zur Häufigkeit variieren stark. Da die Abgrenzung zum Tumorprogress schwierig ist, sind Fehldiagnosen mit möglichen negativen Therapieentscheidungen verbunden. Es besteht daher Bedarf an zuverlässigen diagnostischen Markern und einem strukturierten diagnostischen Algorithmus. Patienten und Methodik Zwischen 09/2019 und 06/2021 wurde am Universitätsklinikum Leipzig eine monozentrische retrospektive Studie durchgeführt. Ziel war die Ermittlung der DISR‐Prävalenz bei Patienten mit metastasiertem Melanom unter ICI‐Therapie. Analysiert wurden klinische Merkmale, Radiologie, Histopathologie und Serumparameter. Ergebnisse Unter 177 Patienten bestand bei 19 ein DISR‐Verdacht. In sieben Fällen wurde die Diagnose histologisch bestätigt. Bei weiteren neun Patienten war eine DISR anhand radiologischer Zeichen und deutlich erhöhtem löslichen Interleukin‐2‐Rezeptor (sIL2R) sehr wahrscheinlich . Daraus ergibt sich eine DISR‐Prävalenz von 9%. Kein Patient musste die ICI‐Therapie dauerhaft wegen der DISR beenden. Schlussfolgerungen Die DISR ist unter ICI häufig. Die Mediastinoskopie oder pulmonale Keilresektion liefert die höchste diagnostische Sicherheit. Fehlt eine Histologie, können sIL2R‐Werte hilfreich sein. Ein diagnostischer Algorithmus wird vorgeschlagen, um eine DISR von Tumorprogress besser abgrenzen zu können.
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