- Research Article
- 10.1007/s11553-025-01235-2
Barrieren und Ressourcen für personenbezogene Arbeitsschutzmaßnahmen
- May 31, 2025
- Prävention und Gesundheitsförderung
- Andreas Hansen + 3 more +3
Zusammenfassung Hintergrund Personenbezogene Arbeitsschutzmaßnahmen (z. B. die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung, PSA) sind in vielen Berufen erforderlich. Hierzu zählen Hautschutzmaßnahmen (z. B. das Tragen geeigneter Schutzhandschuhe) als wichtiger Baustein in der Prävention berufsbedingter Handekzeme. Trotz der Bedeutung der Maßnahmen werden diese nicht immer angemessen umgesetzt. Die vorliegende Studie untersucht Barrieren und Ressourcen für die Umsetzung von Hautschutzmaßnahmen aus einer subjektorientierten Perspektive bei Betroffenen berufsbedingter Hauterkrankungen. Methode Es wurden qualitative Interviews mit 29 Patient*innen geführt, die zum Zeitpunkt der Befragung an einer stationären Rehabilitationsmaßnahme (stationäre berufsdermatologische Individualprävention) teilgenommen haben. Ein teilstrukturierter Interviewleitfaden diente der Erfassung von wahrgenommenen Barrieren und Ressourcen sowie subjektiven arbeitsbezogenen Gesundheitsvorstellungen. Die Auswertung erfolgte mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse. Ergebnisse Innerhalb der 3 Hauptkategorien 1.) arbeitsbezogene Gesundheitsvorstellungen, 2.) Umsetzungsbarrieren und 3.) Umsetzungsressourcen zeigten sich unterschiedliche Dimensionen, die in jeweilige Sub- und Subsubkategorien aufgeteilt wurden. Einflüsse der Arbeit auf die Gesundheit wurden insbesondere in Form von Risiken wahrgenommen. Als Barrieren bei der Durchführung von Hautschutzmaßnahmen ließen sich u. a. Zeitdruck, mangelnde Informationen und unzureichende Unterstützung durch Arbeitgebende identifizieren. Als Umsetzungsressourcen nahmen Befragte u. a. den eigenen Handlungsspielraum, eine gute Verfügbarkeit und Wissen wahr. Schlussfolgerungen Die identifizierten Barrieren und Ressourcen fügen sich z. T. in bisherige Ergebnisse anderer Studien ein, deuten jedoch u. a. aufgrund der heterogenen Gruppe auf ein komplexes Zusammenspiel hin. So scheinen z. B. die beruflichen Sektoren und die Betriebsgröße Einflussfaktoren darzustellen. Im Rahmen der Prävention berufsbedingter Hauterkrankungen sollten mögliche individuelle Einflussfaktoren auf die Durchführung von Hautschutzmaßnahmen aus einer subjektorientieren Perspektive gemeinsam mit den Betroffenen herausgearbeitet und in der Versorgung berücksichtigt werden. Dies kann zu einer effektiveren Nutzung und höheren Akzeptanz und damit zur (Haut‑)Gesundheit beitragen.
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