- Research Article
- 10.1007/s41969-026-00295-9
„High bone turnover“ und Hyperkalzämie – Morbus Basedow als seltene nichtmaligne Ursache
- Feb 09, 2026
- Journal für Endokrinologie Diabetologie und Stoffwechsel
- Yunus Tünay + 1 more +1
Zusammenfassung Wir berichten über den Fall einer 56-jährigen Patientin mit Morbus Basedow, ausgeprägter Hyperkalzämie und gesteigertem Knochenstoffwechsel. Die Patientin zeigte starken Gewichtsverlust, Müdigkeit, Übelkeit und erhöhte Leberwerte, was zunächst auf eine mögliche maligne oder paraneoplastische Erkrankung hindeutete. Laboruntersuchungen bestätigten eine ausgeprägte manifeste Hyperthyreose und positive TSH-Rezeptor (TRAK)-Antikörper. Kalzium war mit 3,08 mmol/l deutlich erhöht, während Parathormon mit 0,95 pmol/l erniedrigt war, wodurch ein primärer Hyperparathyreoidismus ausgeschlossen werden konnte. Da einzelne Tumormarker initial leicht erhöht waren und die Serumelektrophorese eine Hypergammaglobulinämie ergab, standen mehrere Ursachen für die Hyperkalzämie und den gesteigerten Knochenstoffwechsel im Raum. Die weiterführende Bildgebung und Durchuntersuchung ergab jedoch keine Hinweise auf eine maligne Ursache. Nach Beginn einer Therapie mit Thiamazol, β‑Blocker und Flüssigkeitssubstitution besserten sich die klinischen Beschwerden rasch und die Schilddrüsenwerte, Kalzium und die Knochenstoffwechselparameter Osteocalcin und β‑Crosslaps normalisierten sich. Die Hyperkalzämie wurde somit als Folge der gesteigerten Schilddrüsenfunktion und des dadurch erhöhten Knochenstoffwechsels interpretiert. Dieser Fall zeigt, dass eine Hyperkalzämie im Rahmen eines unbehandelten Morbus Basedow auftreten kann und bei der differenzialdiagnostischen Abklärung erhöhter Kalziumwerte berücksichtigt werden sollte.
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