- Research Article
- 10.62722/isopoly.v3i1.6
NORMUNGSINITIATIVE ADDITIVE FERTIGUNG IN DER ELEKTROTECHNIK GEDRUCKTE MULTIMATERIALSYSTEME ALS SCHLÜSSEL FÜR PRODUKTINNOVATIONEN UND NEUE TECHNOLOGIEN
- Jan 26, 2024
- Fachtagung Polymere Isolierstoffe in der Elektrotechnik
- Hansgeorg Haupt + 1 more +1
Leitermaterialien gewährleisten in Kombination mit – meist polymeren – Isolierstoffen in elektrischen Isoliersystemen grundlegende elektrische Funktionalität. Ferner bilden Druckverfahren zum Aufbau elektronischer Baugruppen und gedruckter Schaltungsträger (Leiterplatten), aber auch in der Mikroelektronik, seit langer Zeit den Stand der Technik ab. Additive Fertigungsverfahren ergänzen als neue, hochinnovative Technologie die etablierten Verfahren und eröffnen für verschiedene elektrotechnische Technologiefelder völlig neue Möglichkeiten. Anwendungen finden sich u.a. im Bereich der (ggf. dreidimensionalen) gedruckten Elektronik, der Mechatronik und Sensorintegration, aber auch in der elektrischen Energietechnik, dem Elektromaschinenbau und der Hochspannungstechnik sowie für die Elektromobilität. Mittlerweile beginnt sich die vergleichsweise anspruchsvolle additive Fertigung von Multimaterialsystemen technologisch zu etablieren. Offen ist derzeit jedoch, in welcher Weise das elektrotechnische Normenwerk an die neuen Technologien angepasst werden kann und muss. Hierbei sind nicht nur Aspekte der elektrotechnischen Funktionalität, sondern auch prozessrelevante Informationen sowie Nachhaltigkeits- und Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Seitens der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) versuchen daher die Technischen Komitees IEC TC 15 (Solid electrical insulating materials), IEC TC 91 (Electronics assembly technology), IEC TC 112 (Evaluation and qualification of electrical insulating materials and systems) und IEC TC 119 (Printed Electronics) gemeinsame Wege zur Entwicklung zukünftiger Normen zu finden. Hierzu ist eine Kooperation mit dem für die Normung Additiver Fertigungsverfahren zuständigen Komitee ISO/TC 291 (Additive Manufacturing) der Internationalen Organisation für Normung (ISO) im Rahmen einer Joint Working Group geplant. ISO/TC 291 erarbeitet Nomen für die additive Fertigung außerhalb der Elektrotechnik und kooperiert dabei in vielen Fällen mit der amerikanischen Normungsorganisation ASTM. In Deutschland werden diese Aktivitäten seitens der zuständigen Nationalen Normungsorganisationen, dem Deutschen Institut für Normung (DIN) und der Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (DKE), koordiniert.
Read more