- Research Article
- 10.1002/best.202200128
Sprengabbruch der Salzbachtalbrücken
- Jan 20, 2023
- Beton- und Stahlbetonbau
- Clarissa Rapps + 3 more +3
Abstract Während des geplanten konventionellen Rückbaus der Salzbachtalbrücken, zweier Autobahnbrücken der BAB A 66 im Wiesbadener Stadtteil Biebrich, versagte am 18. Juni 2021 ein Rollenlager des Südüberbaus. Der Überbau senkte sich auf einen Pfeiler und drückte ihn zur Seite; ferner entstanden Risse im Überbau. Da die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, wurden die Brücken sowie die darunter verlaufende Mainzer Straße und die Taunus‐Eisenbahn Richtung Wiesbaden Hauptbahnhof gesperrt. Um möglichst schnell die daraus resultierenden erheblichen Verkehrsbehinderungen zu beseitigen, wurde kurzfristig ein Sprengabbruch beider Brücken geplant und durchgeführt. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und schützenswerter Infrastruktur in unmittelbarer Nähe der Abbruchobjekte sah das Konzept vor, zunächst die Südbrücke mittels Vertikalkollaps zu sprengen und anschließend die Nordbrücke mittels Kippkollaps auf die Südbrücke niederzulegen. Die Sprengung der Salzbachtalbrücken erfolgte am 6. November 2021 mit 204 kg Sprengstoff. Alle Pfeiler der Südbrücke knickten planmäßig in Richtung Westen aus, sodass der Überbau exakt senkrecht abstürzte. Die Nordbrücke folgte 3 Sekunden später und kippte planmäßig nach Süden. In diesem Beitrag werden die Historie des ursprünglich geplanten konventionellen Rückbaus, die Havarie sowie die Sprengabbruchplanung und ‐durchführung der Brücken erörtert.
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