Zusammenfassung Hintergrund Trotz vorhandenen Erkenntnissen zu Prävalenz und mit rezeptivem Analverkehr (rAV) einhergehenden Erkrankungen fehlen geschlechtsspezifische Informationen zu Durchführung und Vorbereitungsmaßnahmen bei rAV sowie zu Beschwerden und der Inanspruchnahme von Hilfe nach erzwungenem rAV. Fragestellung Ziel der vorliegenden Studie war es, Daten zu den Praktiken und Vorbereitungsmaßnahmen beim rAV, der Häufigkeit und den Kontexten erzwungenen rAV sowie der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten zu erheben. Material und Methoden Im Rahmen einer anonymen Onlinefragebogenstudie wurden Details zu einvernehmlichem und/oder erzwungenem rAV erfasst. Der Fragebogen umfasste 22 Fragen und wurde an 593 internationale E‑Mail-Adressen verschickt. Die dabei erhobenen Daten wurden mit Excel und SPSS ausgewertet. Ergebnisse Angaben von 183 Personen (127 Männer, 56 Frauen) wurden analysiert. Signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestanden in der sexuellen Orientierung (p < 0,001), der Häufigkeit von rAV (p < 0,001), der Verwendung von Sex Toys (p < 0,05) und Poppers (p < 0,05) sowie in der bevorzugten Stellung (p < 0,001) beim rAV. Insgesamt 42,5 % der Frauen und 24,8 % der Männer berichteten, bereits erzwungenen rAV erlebt zu haben (p < 0,05). Frauen erlebten Übergriffe häufiger im Kontext häuslicher Gewalt (66,7 %), während bei Männern Fremdtäter dominierten (69,0 %, p < 0,05). Diskussion Die Studie liefert erstmals Daten zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Praktiken der einvernehmlichen und erzwungenen rAV. Die Ergebnisse bieten neue Einblicke in Konsumverhalten, Prävalenzen und das Meldeverhalten der Betroffenen. Weitere Studien sind erforderlich, um diese Erkenntnisse zu vertiefen.
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